Es geht um die Atomversuche unserer französischen Brüder, welche diese in, auf oder unter irgendwelchen abgewrackten Korallenriffen in der südlichen Halbkugel durchzuführen belieben. Doch soll es hier diesmal nicht um die Legitimität dieser gehen, sondern vielmehr um die indirekten Auswirkungen des Bestrebens nach mehr Geltung in der Welt. Da riefen doch tatsächlich viele Volksgenossen dazu auf, zukünftig auf französische Glimmstängel zu verzichten. Denn spätestens seit Medienriese Greenpeace den Deutschen gezeigt hat, wie man unschuldige Tankstellenpächter mit primitivsten Mitteln toll in den Ruin treiben kann, macht es vielen Spaß zu boykottieren was das Zeug hält. Sozialhilfeempfänger kaufen nicht mehr im Feinkostladen, Familienväter wehren sich erfolgreich gegen die Aufoktroyierung einer neuen entparfümisierten Binde und sogar Mario Basler hält seit neuestem seine Fresse, Doch zurück zum Problem an sich.
Wie können die herzlosesten der Herzlosen nur dazu auffordern, keine Gitonn oder Goloas mehr vorm Frühstück zu rauchen! Von der Produktion dieser Wahrzeichen des französischen Lotterlebens hängt die Existenz ganzer Großfamilien ab! Wir alle können mit ein wenig Vorstellungskraft diese Bilder der familiären Eintracht vor, uns sehen, wie sie in unseren Gefilden rein gar nicht mehr existieren.
Während Opa die Tabakblätter bügelt, um sie anschließend mit ein wenig Speichel anzufeuchten, mühen sich Vater, Schwager etc. ab, aus alten "Le Monde" Titelseiten anständiges weißes Paper zu falten. Heiß geht es unterdessen in der Küche her, wo die Frauen in minutiöser Kleinarbeit die Filter erst kneten, dann rollen und schließlich schön kross backen. Und all dies soll wegen ein paar läppischer Atombomben, welche um die einheimische Bevölkerung nicht zu blenden sogar unter Wasser gezündet worden sind, verloren gehen?
Dies darf im Interesse der eurapäischen Einigung, des Weltfriedens
sowie der Tordifferenz von Wismut Aue nicht geschehen, und ich
rufe Ihnen, liebe Leser, deswegen zu. Boykottiert den Boykott!
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