An das
ÖG-Jahresberichtteam
Betr.: Der Jahresbericht 1995/1996
Liebe ÖG-Jahresberichtler,
da halte ich nun freudig-erregt den aktuellen Jahresbericht in der Hand, der es dieses Jahr schon früh, sogar noch vor Beginn der Adventszeit, zu mir geschafft hat.
Einige Dinge der äußeren Form gewissenhaft übersehend, stürze ich mich sogleich auf den Inhalt, der bei mir mit Artikeln wie den Abireden - unseren Abireden - freudige Erinnerungen wachruft, aber auch mit Artikeln wie Frau Laafs Abhandlung über ökumenische Gottesdienste zeigt, daß der Jahresbericht neben seiner rein propagandistischen Funktion auch interessante und differenzierte Gedanken enthalten und vermitteln kann.
Doch gerade beim Thema Ökumene stößt es mir sogleich bitter auf. Die betreffend der Konfessionsangehörigkeit der Schüler angegebenen Zahlen sind schlichtweg falsch, gelogen - ein aus christlicher Sicht sicherlich nicht erstrebenswertes Ziel. Schon bei meiner Mitarbeit am Jahresbericht 1992/93 wies ich - als Angehöriger einer so sträflich mißachteten Minderheit - darauf hin, daß diese Zahlen nicht stimmen. Kam es mir doch schon damals komisch vor, daß von den beiden konfessionslosen Schülern allein vier in meiner Klasse und ein weiterer in meiner Familie war. Auch in den darauffolgenden Jahren war keine Besserung zu sehen. Es kam der böse Gedanke auf, daß es sich hierbei nicht bloß um ein verwaltungstechnisches Versehen sondern - nach diesem Hinweis - um eine Absicht handle, die einige liebe Mitglieder unserer Schulgemeinschaft schlicht "übergeht"...
Im vorliegenden Jahresbericht jedoch haben sich jegliche wie-auch-immer-gearteten Absichten selbst übertroffen. Erfreut es doch zunächst, daß man sich einen dritten Konfessionslosen eingestand, gibt doch der Rest der Statistik zu denken. Was immer man (Schlechtes) über die Unterrichtsqualität unserer Schule denken mag, so kann man doch keinem (Ex-)Schüler vormachen, daß diese 391 Protestanten + 86 Katholiken + 9 anderen Konfessionen Angehörigen + 3 Konfessionslosen jene Gesamtschülerzahl von 689 ausmachen. Wie ist also jene Differenz von 200 Schülern zu erklären? Sind es letztlich vielleicht gar 203 Konfessionslose, so daß ich mir während meiner Schulzeit einer so großen Anzahl von Gleich(un)gesinnten nicht bewußt war.
Sich wundernd und eine gewissenhafte Prüfung anregend.
Euer Sven
P.S. Bei einem weiteren Blick in den Jahresbericht fiel mir eine weitere Lücke auf, die der Vollständigkeit halber bei den Errata aufgeführt werden sollte. Sowohl bei der Auflistung der Projekte der Projekttage (S. 132/133) als auch derer des Drogenprojekttages (S. 138/139) werden die jeweiligen Dokumentationsprojekte ausgelassen, mit denen unsere Schule ein weiteres Mal ihre Offenheit bewies, indem sie sie unter die Leitung der kontrovers angesehenen HEUREKA stellte. Zumindest im Hinblick auf den großen, die Abende einschließenden, Zeiteinsatz der teilnehmenden Schüler, die hinter die Kulissen einer Zeitung blicken wollten, sollte diese Nachlässigkeit korrigiert werden.
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